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Eine kurze Geschichte des Melassehandels

Melasse ist ein Nebenprodukt der Zuckerherstellung. Melasse fällt bei der Verarbeitung von Zuckerrüben oder Zuckerrohr an, nachdem dem Rohmaterial soviel Zucker wie ökonomisch sinnvoll entzogen wurde. Insofern kann man eindeutig feststellen, daß die Geschichte der Melasse eng mit der Geschichte des Zuckers und seiner Produktion verbunden ist.

Es existieren genug Belege für die Theorie, daß Zucker - und damit auch Melasse - spätestens 600 bis 100 v. Chr. in Indien und Persien hergestellt worden ist. Das indische Wort für Zucker gur leitetet sich angeblich von der, heute nicht mehr bestehenden, Stadt Gaur ab. Dort soll es die erste Zuckerfabrik gegeben haben. Zuckerrohr als Pflanze war in Ostasien bereits seit tausenden Jahren v. Chr. bekannt.

Im Jahre 599 n. Chr. wurde die Produktion oder besser der Anfall von Melasse in der Buddaposa, einem religiösen Dokument über moralische Bewußtseinsfindung, erwähnt.

Unser Wort Zucker stammt aus dem Arabischen und leitet sich von dem Wort sukker ab. Als dieser 1264 zum ersten mal nach England importiert wurde, galt er als Medizin und Süssungsmittel, welches sich nur die Reichen leisten konnten.

Melasse war ursprünglich ein echtes Problem, da es keine Transportmöglichkeiten für dieses Produkt gab. Melasse konnte schließlich nicht in Säcken befördert werden. Eisenbahnen gab es noch nicht und Straßen gab es entweder überhaupt nicht oder sie befanden sich in schlechtem Zustand.

Angesichts dieser Situation beschränkte sich die Nachfrage nur auf einen engbegrenzten und lokalen Markt. Hier wurde Melasse entweder in der Fermentation oder als Dünger verwendet. Zum Teil wurde Melasse auch als Nahrungsmittel an die Sklaven ausgegeben. Hauptsächlich wurde Melasse, es gab ja noch keine Umweltschützer, jedoch als Abfall z.B. in Flüsse abgelassen.

Erst der Sklavenhandel ermöglichte den Export von Melasse. Sklavenschiffe beförderten fertige Produkte von England an die Westküste Afrikas, wo diese gegen eine bedauernswerte menschliche Fracht eingetauscht wurden. Die Sklaven wiederum wurden dann in die Karibik und nach Amerika gebracht, wo die überlebenden gegen Rohwaren eingetauscht waren und eine dieser Rohwaren war Zuckerrohrmelasse, welche in Fässer abgefüllt auf die Segelschiffe verladen wurde.

In England waren es die Häfen Liverpool, Bristol und London, die am meisten von diesem triangular slave trade profitierten, wobei Liverpool wiederum die meisten Vorteile aus diesem Handel zog, da es nahe dem wachsenden industriellen Norden lag, wo es billige fertige Erzeugnisse gab.

Ende des 17. Jahrhunderts importierte England erhebliche Mengen an Melassederivaten ( Alkohol ).

1807 wurde in England der Sklavenhandel verboten und die Sklavenrouten verloren stark an Bedeutung. Inzwischen hatte allerdings Melasse als Handelsprodukt erheblich an Bedeutung gewonnen. Beleg hierfür sind u.a. die New Blessing, die 1818 in der Mersey-Mündung auf Grund lief. Sie war mit einem vollem cargo Zuckerrohrmelasse beladen.

15 Jahre später strandete in derselben Gegend der Schooner Portland. Sie war mit Roheisen und Melasse beladen.

Neben der Fermentation, die einen Hauptanteil an der Nachfrage stellte, gab es schon damals andere Verwendungsmöglichkeiten. Melasse wurde beispielsweise mit Eisenerz gemischt gebacken und anschließend bei der Verarbeitung von Erzen eingesetzt. Bereits Jahrhunderte vorher mischten die Yukatan Indianer Melasse mit Lehm und Kohle um Gußformen herzustellen. In diese wurde dann eine Mischung aus Bienenwachs und öl und schließlich die in Form zu bringende Gußmasse gegossen, die nachdem sie erkalteten Kunstwerke darstellten, jedenfalls werden sie als solche heute zu hohen Preisen gehandelt.

Die Indianer gaben ihr Wissen an die Mayas und Azteken weiter. Selbst im 20. Jahrhundert mischte Morris Motors noch Sand und Melasse um Gußformen anzufertigen. Auch heute wird von der Kohleindustrie Melasse als Bindemittel eingesetzt.

Nachdem man bisher also nur Zuckerrohrmelasse kannte, entdeckte Andreas Sigismund Marggraf 1747 in Europa, daß auch Runkelrüben Zucker enthielten und 1801 wurde die erste Zuckerrübenfabrik der Welt in Cunern/ Schlesien gebaut, nachdem Franz Carl Achard die Zuckergewinnung aus Rüben bewerkstelligt hatte. Während der Napoleonischen Kriege war der Kontinent aufgrund der Blockade seiner Küsten praktisch vom Rest der Welt abgeschnitten. Infolgedessen konzentrierte sich die Alte Welt auf die Produktion von Zucker aus Zuckerrüben.

Ende des 18. Jahrhunderts schließlich wurden bereits größere Mengen Rohrmelasse in bulk verschifft und 1910 transportierte die Braque Sunlight ( 1433 BRT ) sieben Ladungen Melasse von Macoris in Santo Domingo ( heute Domenikanische Republik) nach Boston und kehrte 1912 mit einer vollen Ladung nach England zurück. Sie benötigte 21 Monate um ihre Aufgabe zu erfüllen und es gab nicht weniger als 83 Manschaftswechsel. Der Kapitän und die Mannschaft waren vermutlich begeistert angesichts der Tatsache, daß es keine Pumpen gab, die auch nur annähernd die Kraft der heutigen Pumpen hatten, und auch angesichts der kalten Witterung in Europa - denn bei sehr niedrigen Temperaturen braucht man keine Pumpen sondern Schaufeln um das Produkt zu bewegen...Um so größer der Schock des Kapitäns als er erfuhr, daß er nach erfolgter Löschung sofort wieder nach Macoris zurückkehren müsse um dort eine weitere Ladung Melasse, diesmal nach Hull, aufzunehmen. Anfang des 20 . Jahrhunderts erweiterte sich der Einsatzbereich von Melasse. In Florida wurden Kriminelle noch geteert und gefedert. Da es aber zeitweise einen Mangel an Teer gab wurde dieser mit Melasse substituiert. Wahrscheinlich wurde angesichts des süssen Geschmacks der Melasse von dieser Praxis abgelassen - um nicht weiteres unsoziales Verhalten zu fördern. 1907 präsentierte ein junger Däne namens Michael Kielberg seine Bewerbungspapiere in Liverpool, einer Hafenstadt seit 1207, in einer kleinen und eher unbedeutenden Firma des Marquis Clayton. Die Firma handelte mit allerlei Produkten, davon viele, die als Futtermittel verwertet wurden. Es ist bis heute unbekannt warum Herr Kielberg sich gerade bei dieser Firma bewarb, allerdings kam er, sah er und wurde erobert - von Melasse, die in Fässern, Tonnen und großen Schweinetrögen in den Lagerhäusern aufbewahrt wurde.

Bereits 1910 wurde er ein Partner der Firma und es verstand sich von selbst, daß der Schwerpunkt seiner Verantwortung Melasse sein würde. Er kam zu der Erkenntinis, daß man Melasse in bulk transportieren müsse um preisgünstige Ware anbieten zu können. An der Ostküste Amerikas, einem relativ großen Markt für Melasse wurde sie bereits in bulk verschifft und in England hatten die Firma Lever Brothers (später Unilever) bereits zwei kleine Segelschiffe gebaut um den Transport von pflanzlichen ölen effizienter zu gestalten. Beide Schiffe wurden 1907 ausgeliefert. Eines war die bereits erwähnte Sunlight.

1912 kehrte die Sunlight von ihrer zweiten Reise ( 61 Manschaftswechsel ) zurück und entlöschte 1.800 mts Melasse in einen Tank, den Clayton und Kielberg in Hull errichtet hatten und der insgesamt 3.000 mts fassen konnte. Von da an ging es bergauf. Ein neuer Tank wurde in Garston ( südliches Liverpool ) gebaut, Schiffe wurden gechartert.

Auch der Kriegsausbruch 1914 verhinderte nicht das Wachstum der Firma und 1915 wurde eine eigenständige Firma mit 20.000,- Pfund Eigenkapital gegründet. Sie wurde The British Molasses Company genannt. Geschäftsführer wurde Kielberg, wobei Marquis Clayton Senior Partner blieb. Im September 1915 wurde die erste Gesellschafterversammlung abgehalten. Als deren Resultat erwarb die Firma Land, Tankanlagen in Garston, Glasgow und Hull sowie motorisierte Transportwagen. Gleichzeitig wurden mit der amerikanischen Firma Sugar Products Company Anteile ausgetauscht. 1917 erwarb jedoch Clayton die Anteile von SPC und wurde so Mehrheitsaktionär der BMCo. Anfang 1920, und nachdem die Firma Molasses Merchants in Glascow übernommen wurde, zog sich Clayton aus BMCo zurück. Das Kapital wurde von 20.000,- auf 100.000,- Pfund erhöht. Innerhalb kurzer Zeit wurden die zusätzlichen Anteile an die Amerikaner verkauft, die wiederum das Kapital auf 200.000,- Pfund erhöhten.

Aber bereits 1921 reiste Kielberg nach Amerika und kaufte für 80.000,- Pfund die Anlagen inkl. der Fahrzeuge. Nach seiner Rückkehr gründete er dann die Pure Cane Molasses Company, an der er 85 % der Anteile hielt. Außerdem kaufte Kielberg auch die Anteile zurück um den Namen BMCo zu erhalten, den er in seinen Schiffahrtsunternehmungen einsetzte. 1921 kaufte dann Kielberg sein erstes Schiff, die Manx Isles, die bereits seit 1917 von BMCo gechartert wurde. Später wurden dann größere und besser ausgerüstete Schiffe erworben. Die vornehmlichste Aufgabe von Pure Cane Molasses Company war es bis 1926 das Angebot im Ursprung, Transport und Absatzgebiete sicherzustellen. In den frühen zwanziger Jahren begann die Nachfrage nach Zucker und auch Melasse stark zu steigen. Distillerien und Futtermittelhersteller verlangten nach mehr Melasse und gleichzeitig erweiterten Zuckerrohranbauer ihre Plantagen angesichts einer ständig steigenden nachfrage nach Zucker. Wichtigster Lieferant war Kuba, konnte allerdings den Bedarf nicht mehr decken, so daß Kielberg sein Augenmerk auf Java richtete, wo 1924 eine Niederlassung gegründet wurde.

Schließlich wurde am 1. Januar 1926 die United Molasses Company gegründet. Sie fungierte als Holding für Pure Cane Molasses Company und British Molasses Company. In der ersten UM Firmenbrochure werden Niederlassungen in Liverpool, Birkenhead, Hull, Greenock und Glasgow genannt aber auch In Holland, Deutschland, Italien, Süd Afrika und Java. Die gesamte Lagerkapazität wurde mit 600.000 long tons angegeben.

Wenn Sie mehr über Zucker lesen wollen, dann sehen Sie sich doch mal die Homepage der Sucrose.com an.......


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